Dachdecker

Lattenabstand - warum ist das wichtig?

Welchen Lattenabstand benötige ich wenn ich mein Dach neu Eindecke?

Sie sagen uns welchen Ziegel Sie erhalten, wir sagen Ihnen wie sie die Latten anbringen müssen
Jeder Ziegel hat andere Maße - wir helfen Ihnen gerne einen Lattenplan für Ihren Zimmerer oder für Sie zu erstellen. Kommen Sie vorbei oder schicken Sie uns ein mail!

Lattenplanberechnung bei uns!

Sicheres Unterdach

Auf was muss ich bei der Ausführung von Unterdächern aufpassen ?

Normen - Ausführung von Unterdächern

Anläßlich der BIAS in Deutschlandsberg präsentierte Werner Linhart die Önorm-Regel "Ausführung von Unterdächern", die nun auch die Zustimmung der Industrie, der Spengler und der Zimmermeister gefunden hat. Hier die wichtigsten Eckdaten der ÖNR 27216.

Ziele der ÖNORM 27216

fachübergreifende Betrachtung
klare Grundlage für Planung, Ausschreibung und Ausführung
Detailvorschläge
Material-/Qualitäts-Mindesstandards
Rechtssicherheit für AG und AN

Anwendungsbereich
alle gedeckten Dächer
Empfehlung für Blechdächer

ausgenommen sind:
Profilblechkonstruktionen
Abdichtungen

Beanspruchung von Unterdächern

bei Wassereintritt durch die Dacheindeckung
geringe Dachneigung, Wind, Schnee, Wasserrückstau (Eis!)
Schäden an der Dacheindeckung
Schutz gegen Flugschnee durch Unterdach
Schutz von Wärmeverlust durch Wind
Kurzfristiges- Provisorisches Dach in der Bauphase

Wann sind Unterdächer zwingend auszuführen?

ausgebautes Dachgeschoß
unzugängliche Dächer über leichten Decken
Unterschreitung der Regeldachneigung
besondere klimatischer Verhältnisse
besondere Dachformen
extreme Sparrenlängen etc.

Ausführungsgrundsätze

regensicher + flugschneedicht
System aus Vordeckung + steife Unterlage (Schalung)
Traufe und Anschlüsse: Wasser schadfrei abführen
bei nicht diffusionsoffenen Bahnen:
Unterlüftung des Unterdaches
Eindeckung nach spätestens zwei Monaten

"Regensicher" oder "Dicht"?
Unterdächer regensicher (Standard)
mehr als 15
Regeldachneigung 5 (FZ-Doppeldeckung 7 )
keine besondere Eisgefahr etc.
Unterdächer mit erhöhter Regensicherheit
weniger als 15
Regeldachneigung 7 (FZ-Doppeldeckung 9 )
oder besondere Eisgefahr, hohe Beanspruchung etc.

Unterdächer "regensicher"

"dicke" Bitumenbahnen (mind. 1xGV35/Polymerbitumen>2mm):
Stöße überlappt,
Nagelung (Breitkopfstifte) in der Fläche
keine Konterlattendichtbänder
Polymerbitumenbahnen >1,5mm:
Stöße überlappt
Nagelung verdeckt
Konterlattendichtbänder <20
"dünne" Bahnen (Kunststoff bzw. Bitumen):
Stöße überlappt + geklebt ("flattern!")
Nagelung verdeckt
Konterlattendichtbänder <30

Unterdächer "mit erhöhter Regensicherheit"

Bitumenbahnen (mind. 1xEKV4, Polymerbitum. <3mm):
Stöße verschweißt
Nagelung verdeckt
Konterlattendichtbänder, Konterlatten geschraubt
Kunststoffbahnen ("wie Flachdach"):
Stöße homogen verbunden oder verschweißt
Nagelung verdeckt
Konterlattendichtbänder, Konterlatten geschraubt

Toleranzklauseln

geringfügige Undichtheiten von regelkonformen Unterdächern sind generell zulässig und zu tolerieren!!!
Hinweis auf "Zeltplaneneffekt" bei diffusionsoffenen Bahnen
Holzschutzmittel beeinflussen die Dichtheit
Unterdächer sind keine langfristigen Notdächer

Sonstige wichtige Punkte

Begriffe

Aufsparrendämmungen grundlegende Hinweispflichten
andere Konstruktionen sind zulässig, wenn die Anforderung an Unterdächer nachweislich erfüllt sind
Material Mindestqualität (Prüf ONR 27217!)
Unterspannungen (=normativer Anhang)
Detailvorschläge (=informativer Anhang)

Quelle: dach wand 10/2001

Dachübergehung

Eine Dachübergehung ist das wichtig ?

Der Dachinspektor kommt
Alle reden davon - die meisten vergessen aber darauf - und erst wenn es zu spät ist, wird ein Dachcheck durchgeführt.
In den Garantiebeschreibungen der Lieferfirmen wie z.B. Bramac, Eternit, Gleinstätten steht - daß eine Überprüfung des Daches auf Funktionalität, Dichtheit, Schäden von einer autorisierten Fachfirma durchgeführt werden muß - um nicht aus der Garantieleistung zu fallen.

Als Partner "Dachinspektor" kommen wir zu Ihnen und steigen Ihnen kostenlos auf Ihr Dach. Mit Hilfe einer Checkliste werden verschiedene Eigenschaften bzw. Mängel in der Liste protokolliert. Dann entscheiden Sie, welche Reparaturen oder welche weiteren Schritte eingeleitet werden müssen.

In Ihrem eigenen Interesse - schauen Sie mal auf Ihr Dach!

Was spricht für ein Tondach ?

Welche Argumente sprechen für ein Tondach?

Hier erhalten Sie einige wichtige Argumente, die für den Tondachziegel sprechen
Tondach Gleinstätten

Die Vielseitigkeit der Tondach Ziegel

Engoben
sind mit Wasser aufgeschlämmte Tone, die vor dem Brand dem getrockneten Ziegel aufge-spritzt oder übergossen werden.
Die Oberflächenwirkung der Engobe ist in der Regel matt bis leicht glänzend.

Glasuren
Die Glasur ist ein glasartiger, dem Ziegel angepaßter Überzug. Die Herstellung erfolgt analog zur Herstellung der Engobe. Die Glasur dient der Oberflächenveredelung.
Die Oberflächenwirkung der Glasur ist in der Regel glänzend bis hochglänzend.
600 v. Chr. 1. Glasierte Ziegel in Babylon

Dachziegel aus gebranntem Ton, der resistente Baustoff gegenüber Umwelteinflüssen
Hitzebeständigkeit / Unbrennbarkeit
UV Beständigkeit / Farbbeständigkeit
Säurebeständigkeit (z.B. Resistenz gegen sauren Regen)
Laugenbeständigkeit (z.B. Resistenz gegen Vogelkot)
Mechanische Beanspruchbarkeit (Schneedruck, Hagel, Sturm)

Argumente für den Tondachziegel

Der Baustoff mit Tradition:
Seit Jahrtausenden bewährt und doch sehr modern (erste nachweisliche Verwendung von Tondachziegeln bei den Griechen ca. 2300 vor Christus) welcher Baustoff kann das noch von sich behaupten?
Traditionellste und weitverbreitetste Dachdeckungsmaterial
Nur ein Baustoff aus Ton darf sich Ziegel nennen

Der biologische und umweltgerecht Baustoff:
Durch und durch ein natürlicher Baustoff hergestellt aus reinen Naturprodukten:
"Erde Wasser Luft Feuer."
Rohstoff: Lehm bzw. Ton gemischt mit Wasser zur Plastifizierung getrocknet mit Luft gebrannt mit Erdgas.
Umweltgerechter Herstellungsprozeß mit internem Recycling
Unbedenklich zu deponieren und ohne weiters zu recyclieren

Der vielseitige Baustoff:
Für Ausbauten, Anbauten und Umbauten
Für Renovierungen, Sanierungen und Neubauten
Sehr große Formenvielfalt unserer reichhaltigen Produktpalette von ruhig bis bewegt
Reichhaltige Farbenpalette von Natur über Engoben bis hin zu Glasuren daher Möglichkeit zur individuellen Gestaltung
Die doppelt Kopf- und Seitenverfalzung (Rundumverfalzung) bei Preßdachziegeln bietet eine sichere und festschließende Überdeckung. Dies bedeutet eine große Dichtheit gegen Treib-wasser, Flugschnee und Staub
Lebendiges Dach zeitlos schön

Der behagliche Baustoff:
Natürlichkeit
Vermittelt ein Gefühl von Wärme und Gastlichkeit
Gesundheit keine Abgabe von Schadstoffen
Atmungsaktiv besonders gutes Austrocknungsverhalten

Der resistente Baustoff gegenüber Umwelteinflüsse:
UV-Beständigkeit (Farbbeständigkeit)
Säurebeständigkeit (saurer Regen)
Laugenbeständigkeit (z.B. Resistenz gegen Vogelkot)
Sehr hohe mechanische Beanspruchbarkeit (Schneedruck, Hagel....)
Hitzebeständigkeit/Unbrennbarkeit
Frostbeständigkeit

Der wirtschaftliche Baustoff:
Langlebig mit nachgewiesener Nutzungsdauer von ca. 80-100 Jahren
Hohe Wertbeständigkeit (Wiederverkaufswert)
Wartungsfreundlichkeit (Reparatur und Erhaltung)
Optimal einsetzbar für Sanierungen
Bedarf keiner nachträglichen Anstriche oder Beschichtungen
Österreichisches, heimisches Produkt mit inländischer Wertschöpfung
Sicherung von Arbeitsplätzen

Ein Baustoff höchster Qualität und Güte:
Laufende, tägliche Überwachung der Produktion und Qualität
Streng qualitätsgeprüft nach ÖNORM B 3205 bzw. ÖNORM EN 1304
Externe Qualitätsüberwachung durch die Versuchs- und Forschungsanstalt der Stadt Wien, MA 39
ISO 9001 zertifiziert

Grünbildung auf geneigten Dächern Dachziegel / Dachsteineindeckungen
Auf geneigten Dächern mit Dachziegeln und Dachsteindeckungen ist in den letzten Jahren verstärkt eine Grünbildung wahrnehmbar. Trotz der weitestgehenden Unbedenklichkeit dieser Erscheinungen im Hinblick auf Schädigung der Deckwerkstoffe, versucht der nachstehende Fachbeitrag auf die Ursachen einzugehen und Planern, Anwendern und Sachverständigen Grundlagen und Argumentationshilfen anzubieten.

Natürliche Patina oder Störung des Sauberkeitsempfindens
Je nach Standpunkt ist die Grünbildung auf Dächern, Fassaden, Mauerabdeckungen etc. für den einen der sichtbare Ausdruck für die Einbeziehung dieser potentiellen Lebensräume in die Ausbreitungsstrategien entsprechender organischer Pioniere ein anderer faßt dies eher als Störung seines persönlichen Sauberkeitsempfindens auf.
Problematischer wird es, wenn sich zur letzteren Auffassung noch Unsicherheiten im Hin-blick auf Schädigungspotentiale bzw. Einflüsse auf die Alterungsbeständigkeit von Bauteilen hinzugesellen.
Auch wenn man eher geneigt ist, die Bandbreite der Auffassungen polemisch zu betrachten hier ökologischer Ansatz, dort "Reinheitsgebot" in allen Lebenslagen, ist dennoch eine auf-klärende Information vonnöten, die einerseits Fakten und Erfahrungen widerspiegelt und an-dererseits auch den Bereich des wissenschaftlich Ungesicherten berühren muß. Hierzu gehört sicherlich die These, dass eine diesbezügliche Grünbildung in den letzten Jahren verstärkter wahrnehmbar ist und dies im Betrachtungsbereich "beneigtes Dach" ggf. von zwei Faktoren abhängig ist, neben den noch auszuführenden bekannteren auch diejenigen, die in der Literatur bisher wenig Beachtung gefunden haben.

Spekulative Annahmen
Mit dem Wegfall höherer Schwefeldioxidanteile in der Atmosphäre, bewirkt durch entspre-chende Auflagen, wird einer der wesentlichen toxischen Stoffe in der Luft reduziert. Biolo-gisch ist Schwefel zwar für alle Lebewesen ein unentbehrliches Element. Es ist z.B. in einigen Aminosäuren enthalten. Selbst in Enzymen oder Vitaminen sind SH-Gruppen vertreten. In der Form Schwefeldioxid übt es allerdings einen hemmenden Einfluß auf die Entwicklung von organischen Lebewesen aus (siehe Konservierungsverfahren). Dies ist im hier betrachteten Zusammenhang noch nicht weiter erforscht gehört mithin zum spekulativen Bereich dieser Ausführungen. Dennoch ist festzustellen, dass eine Reihe von Viren auf dem Vormarsch sind, die in diesem Ausmaß früher nicht zu beobachten waren. Z.B. ist in unseren Breiten ein all-gemeines "Kirschbausterben" zu beobachten.
Die kritiklose Übernahme von "neueren bauphysikalischen Einschätzungen", insbesondere im Zusammenhang mit dem Wegfall der Deckwerkstoffhinterlüftung, unterstützt einen weiteren, schon bekannten Grünbildungsfaktor: Mangelnde Hinterlüftung in der Dachkonstruktion. Verlassen wir den eher spekulativen Bereich und wenden wir uns den Fakten zu.

Ökologie
Hier soll zunächst allgemein auf den ökologischen Hintergrund der Grünbildung und den Einfluß auf die Deckwerkstoffe eingegangen werden. Herangezogen wird hierzu ein Textaus-schnitt von Dr. B. P. Kremer, Uni Köln, erstmalig veröffentlicht im DDH 14/15-1989:
"Schon eine oberflächliche Umschau in der Natur orientiert darüber, dass Lebewesen prak-tisch überall auftreten und Lebensräume unterschiedlichster Eigenart besetzen. Freiflächen, die der Mensch mit technischen Mitteln etwa durch Bautätigkeit oder intensiver Landnutzung schafft, bleiben im allgemeinen nicht allzu lange offen.
Schon innerhalb einer Vegetationsperiode findet durch Samenanflug oder aus der Keimreser-ve des Bodens eine Wiederbesiedlung mit einjährigen Pflanzen statt, denen mehrjährigen Stauden und Pioniergehölze recht bald folgen. Auch Standorte, die höheren Pflanzen nur we-nige oder überhaupt keine reale Lebensdauer bieten, bleiben auf Dauer nicht frei von Be-wuchs. Anstehendes Gestein, wie felsige Abhänge, Felsflanken, Gesteinsriegel aber auch Blockmeere und Halden aus gröberem Verwitterungsschutt sind aus ökologischer Sicht sicherlich Grenzstandorte und für eine erfolgreiche Ansiedlung gewiß nicht unproblematisch. Dennoch tragen sie nach der Erfahrung einen charakteristischen Bewuchs: Verschiedene Mik-roalgen, dazu aber auch Pilze, Flechten und Moose sind Pionierorganismen, die sich sogar auf blanken Gesteinsoberflächen mit beachtlichem Erfolg behaupten können. Von den allgegen-wärtigen Bakterien kann in diesem Zusammenhang einmal abgesehen werden und nicht nur natürliche Hartsubstratoberflächen werden als Wuchsunterlage akzeptiert. Auch alle möglichen Konstruktionsmaterialien, wie Werkstein, Klinker, Dachziegel, Asbestzement oder sogar Glas und Holz bieten, ebenso wie Sichtbeton, geeignete Ansiedlungsmöglichkeiten.
Die Erfahrungstatsache, dass die Außenflächen eines Hauses oder anderer Gebäude im allgemeinen ziemlich unabhängig von den Materialeigenschaften von kleinen Aufwuchsorganis-men vereinnahmt werden, ist der sichtbare Ausdruck für die Einbeziehung solcher potentieller Lebensräume, in die Ausbreitungsstrategien entsprechender organismischer Pioniere. Vor allem in naturnahen, ländlich betonten Siedlungsgebieten, wird ein neu erstellter Baukörper gleichsam zu einem ökosystemaren Bestandteil der belebten Natur. Auf qualitative Mängel der jeweils verwendeten Baumaterialien kann aus dem Ansiedlungserfolg bestimmter Orga-nismen allerdings nicht geschlossen werden".
Betrachtet man eine potentielle Reihenfolge in der Grünbildung, so kann man in der Regel von nachstehendem Schema ausgehen:
Es folgt Schema: Potentielle Stufen der Grünbildung

Bekannte Grünbildungsfaktoren
Ohne Anspruch auf eine Rangfolge sind nachstehend die bekannten Ursachen der Grünbildung, neben den bereits grundsätzlich erwähnten ökologischen Zwangsabläufigkeiten, aufgeführt:

Standortabhängige Grünbildungsfaktoren
A1 Traufüberragende Vegetation
Neben dem Verschattungseffekt spielen hier organische Bestandteile, Blätter, Blütenblätter, Samenflug eine Rolle. Weiterhin befinden sich in der Hauptwind/Wetterrichtung meistens Grünalgen an Baumstämmen und Ästen, so daß ein Übertrag auf Dachflächen eher gegeben ist als im Falle eines freistehenden Daches.

A2 Gewässernähe
Höhere Luftfeuchtigkeit aber auch Grünalgen, insbesondere bei Stillgewässern, bilden hier eine besonders günstige Voraussetzung für die Grünbildung.

A3 Verschattung
Topographische Besonderheiten, Hanglagen, Kerbtäler etc. aber auch unterschiedlich beding-te Verschattungssituationen, z.B. durch Bäume, Lage des Gebäudes zur Himmelrichtung, reine Nordlagen einer Dachfläche, Verschattungen durch Dachversetzungen, Gauben etc.

A4 Siedlungsballungsraum / Ländlicher Raum
Da die Grünbildung auf Dächern, insbesondere die Anwesenheit von Flechten, Indikator für schadstoffarme Luft sein kann, spricht man in der Siedlungsökologie z.B. von "Flechtenwüs-ten" in belasteten innerstädtischen Bereichen bzw. Industriegebieten. Es ist aber keinesfalls so, dass der ländliche Raum insgesamt eine schadstoffarme Umwelt aufweist. Hier spielen im Themenzusammenhang der Düngemitteleintrag, durch Winderosion aufgewirbelte Bodenteile und der Eintrag organischer Bestandteile eine Rolle.

A5 Nähe zu spezifischen Produktionsstätten
Produktionsstätten mit immer noch starken Staubemissionen, z.B. Zement/Kalk, Betriebe der Tierhaltung, Düngemittel und Substrateintrag in die Luft durch Erosion auf landwirtschaftlichen Flächen, Nahrungsmittelproduktionsstätten. Die Einwirkung auf die Dachfläche erfolgt in Form von Aerosolen d.h., die entsprechenden Stäube hängen sich an Wassertröpfchen an. Trotz der Regenabwaschung verbleiben in Falzen und an anderen Stellen des Daches Substratreste, die für die entsprechenden Pflanzengesellschaften den Lebensgrund bilden.

Konstruktiv bedingte Grünbildungsfaktoren

B1) Dachneigung/Gebäudehöhe
Die Erfahrung zeigt, je steiler das Dach und je höher das Gebäude ist, um so weniger Grünbildung erfolgt. Schleppgaube und flachgeneigte Dachflächen weisen allgemein eher Be-wuchs auf als steilere Dachflächen. Z.B. ist auf Aufschieblingen mit geringerer Neigung als der Hauptdachfläche häufig eine Grünbildung festzustellen.

B2) Mangelnde oder nicht vorhandene Deckwerkstoffhinterlüftung
Infolge schlechter oder nicht vorhandener Deckwerkstoffhinterlüftung im ausgebauten Dach können die Abtrocknungsprozesse weit weniger schnell vonstatten gehen. Die neben dem Vorhandensein von Substraten weiter wichtige Lebensgrundlage für organische Lebewesen Wasser kann länger auf diesen Dachflächen verbleiben. Im Vorbereich von Dachgauben, Schornsteinköpfen etc. ist z.B. häufig zunächst eine stärkere Algenbildung wahrnehmbar als auf der übrigen Dachfläche. Dies kann als erstes Indiz für mangelhafte Hinterlüftung angese-hen werden. Auch zwischen Dachbelüftungselementen im Traufbereich, die zu weit auseinander stehen, mithin die erforderlichen Belüftungsquerschnitte nicht erreichen, zeichnen sich häufig bei Zutreffen anderer Grünbildungsfaktoren Grünbärte ab. Bei nicht ausgebauten Dä-chern treten Grünbildung auch auf, wenn der Gesamtdachraum nicht ausrechend quergelüftet ist oder wenn aus Gründen der Regeneintriebsvermeidung Unterspannbahnen oder Unterdächer vorgesehen sind und hier die Hinterlüftung oder Unterdächer vorgesehen sind und hier die Hinterlüftung fehlt, oder zu gering dimensioniert ist.

B3) Behinderung des Wasserlaufs
Bauschutt, Absprengungen, unkorrekt ausgeführte Metallanschlüsse mit wasserlaufbehin-dernden Aufkantungen etc. können Ursache für Substratablagerungen sein, die sich im Laufe der Zeit auch in Falzen festsetzen können.

B4) Denkmalbedingte Details
Besonders diese nachstehenden Beispiele zeigen, dass Grünbildung auf Ziegeldächern seit Jahrhunderten bis heute völlig problemlos für den Deckwerkstoff Dachziegel ist. Bei der Strohdockendeckung in Verbindung mit Hohlpfannen ist die Grünbildung an der überstehenden Strohkante geradezu gewollt. Nach dem Verwitterungsprozeß des Strohs bildet sich in der Regel eine Mooswulst. Diese Wulst bedingt eine hohe Regeneintriebssicherheit. Im Gefolge dieser Wulst entstehen häufig Grünalgenbildungen auf der gesamten Dachfläche. Ortgangsde-tails mit Windbordbrettern, insbesondere im Verschattungsbereich, sind Ausgangspunkt für weiter Vegetationsansiedlungen.

Weitere Faktoren

C1 Aerosole aus dem Gebäudeinneren
Um Dunstrohre, auch im Einzugsbereiche von Regelfallrohren, kann sich selbst auf glasierten Dachziegeln ein regelrechter Kranz aus Algen etc. bilden. Organische Bestandteile in der Luft in Verbindung mit Feuchte bieten hier die Lebensbasis. Dieses gilt bedingt auch für Frasenab-züge.

C2 Vogelkot
Unter Verweilbereichen von Vögeln auf dem Dach, Antennen, Kaminkanten etc. kann spätestens an der Traufe Grünbildung erwartet werden.

C3 Andere organische Bestandteile aus dem unmittelbaren Wohnumfeld
Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Faktoren kann z.B. häufiges Rasenmähen in Hausnähe bei geringeren Gebäudehöhen zu organischen Ablagerungen auf dem Dach führen. Auf die standort- und ko
struktionsbedingten Grünbildungsfaktoren ist im Gebäudebestand naturge-mäß kein Einfluß zu nehmen. Dennoch sollte bei Planung und Sanierung im Sinne einer ganzheitlichen Vorgehensweise dieser Komplex Berücksichtigung finden. Weiterhin sind bei der Ursachenprüfung im Zusammenhang mit Gutachten oft vernachlässigte Spuren aufzunehmen und bei der Gesamtbewertung zu würdigen. die vorgelegten Faktoren können hierbei als Checkliste Verwendung finden.

Deckwerkstoffspezifische Eigenschaften

Grundsätzlich sind die deckwerkstoffspezifischen Eigenschaften von gleichrangiger Bedeutung im Zusammenhang mit Grünbildungsfaktoren. Hier kann nach Erfahrung und gutachtlicher Praxis davon ausgegangen werden, dass folgendes allgemein gilt: Rauigkeit der Deck-werkstoffoberflächen fördert bei Zutreffen weiterer Ausgangsbedingungen als Haftgrund die Grünbildung. Glatte Oberflächen und Beschichtungen bis hin zu Glasuren können eine Grünbildung nicht unbedingt bei Zutreffen anderer Ausgangsbedingungen vermeiden helfen. Bei letzteren ist häufig nur ein zeitlicher Aufschub zu erreichen. Weiterhin muß grundsätzlich festgestellt werden, dass eine Schädigung des Deckwerkstoffes nur dann langfristig stattfinden kann, wenn die Vegetation Nahrungsbestandteilen dem Deckwerkstoff entzieht. Bei Dachziegeln ist dies wegen der keramischen Eigenschaften nicht möglich, bei älteren unbe-schichteten Beton/Zementprodukten ist nicht eindeutig feststellbar, inwieweit Umwelteinflüsse (Saurer Regen) oder Vegetationseinwirkungen zur Rauhigkeit der Oberflächen führten. Bei modernen Beton/Zementprodukten mit Oberflächenbeschichtung ist ein derartiger biochemi-scher Prozeß auszuschließen. Schieferdächer sind gegen eine Grünbildung nicht gefeit, bei Metalldächern ist in der Regel aus chemischen Gründen eine Grünbildung allenfalls bei Stö-rungen des Wasserflusses (Ansammlung von Substrat) feststellbar. An diesen Punkten ist allerdings durch das Einwirken der Humussäure eine schneller wirkende Korrosion zu erwarten. Dies gilt im übrigen auch für Metallanschlüsse auf übrigen Dächern.

Grünbildungssyndrome

Nachstehend werden Grünbildungsausgangsbedingungen exemplarisch aufgeführt, deren Häufung und Zusammenwirken nahezu unvermeidbar zur Grünbildung auf Dachflächen führt. Nach Beobachtung und Einschätzung ist hierbei allerdings die fehlende oder nicht regelgerecht ausgeführte Hinterlüftung bei Dachziegel/Dachsteineindeckung ein fast immer beteilig-ter Faktor.
Die Einwirkung von Rankpflanzen soll hier nicht unerwähnt bleiben. Mit Ausnahme von Efeu sind Fassadenranker, die in die Dachfläche hineinwirken, relativ unproblematisch. Die starken Triebe des Efeus führen aber beim Durchwachsen der Dachfläche zu Anhebungen des Deckwerkstoffes und stören hier die Regensicherhit der Dachhaut. Hier schafft ein entsprechendes Zurückschneiden Abhilfe.

Vorbeugung, Abhilfen

Immer vorausgesetzt, dass die natürliche unproblematische Grünpatinierung des Daches un-erwünscht ist, stellt die sachgerechte Dachhinterlüftung eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Grünbildung dar. Häufig wirkt bei vorhandenen ausgebauten Dächern auch der nachträgliche Einbau zu Lüftungselementen/Vorkehrungen an Traufe und First. Auch auf die verschattende Vegetation im Gebäudeumfeld kann durch Zurückschneide eingewirkt wer-den. Die Freiflächenplanung sollte allerdings eine weitgehende Freistellung des Gebäudes berücksichtigen. Gegen die weiteren standortbezogenen Faktoren kann in der Regel naturgemäß nichts unternommen werden.

Reinigung mit Wasserdruck

Sollte möglichst nur in Extremfällen vorgenommen werden, da jede damit verbundene Begehung des Daches, insbesondere durch Laien, zu Schäden führen kann.

Nachträgliche Beschichtung

Die oft angepriesene nachträgliche Beschichtung (Acrylate etc.), insbesondere von Ziegeldächern, ist blanker Unfug, sollte grundsätzlich unterbleiben und auch in Gutachten nicht als Abhilfe vorgeschlagen werden.
Begründung: Kurzfristige Alterung der aufgebrachten Oberflächen. die Dachfläche wird unansehnlich. Darüber hinaus wird der Falz bei Falzdachziegeln in der Regel nicht ausrechend gereinigt, so daß nach kürzester Zeit (2 Jahre) die ersten Ablösungserscheinungen von hier ausgehend sich auf die übrige Deckfläche ausdehnen.
Das Aufbringen von Bioziden ist für die Umwelt problematisch und kann keinesfalls empfoh-len werden. Zudem ist die Wirkung nur von kurzer Dauer. Kupferblechstreifen als Aussender von Vitriol am First in Deckung eingearbeitet, werden teilweise als Abhilfe angesehen. Hier sollten allerdings die elektrolytischen Effekte mit beachtet werden. Zudem kann durchaus der Fall eintreten (wie unter anderem und Kupferelementen, Anschlüssen, Antennen zu beobachten) dass sich im Laufe der Zeit Grünbärte oder sogar dunkle Streifen durch Oxidablagerungen auf der Dachfläche optisch absetzen.

Zusammenfassung

Grünbildung auf Dachflächen, insbesondere Dachziegeleindeckungen, ist unproblematisch für das Alterungsverhalten und die Langlebigkeit der Deckung. Humussäure, die bei der Anhäu-fung von Substraten und Pflanzen abfällt, führt allerdings langfristig zur Schädigung von Me-tallteilen im Wasserflußbereich. Die regelgerechte Hinterlüftung der Eindeckung hilft Grünbildung zu vermeiden und kann im Nachrüstfalle den Bewuchsfortschritt hemmen. Selbst glasierte oder beschichtete Deckwerkstoffe sind bei Vorliegen einer Häufung von Grünbildungsfaktoren langfristig mindestens gegen eine Veralgung nicht gefeit. Aussagen über die sogenannte "Selbstreinigungskraft" des jeweiligen Deckwerkstoffes sind sachlich unrichtig und irreführend. Bei Planung und Ursachenforschung können die beschriebenen Grünbildungsfaktoren als Suchraster herangezogen werden.
Grundsätzlich kann der Vorstoß der erwiesenermaßen empfindlichen Pionierorganismen als sicherer Nachweis für die Unbedenklichkeit der verwendeten Baustoffe gelten, und außerdem signalisieren die meisten auf dem Dach auftretenden Organismen eine insgesamt mit Schadstoffen sicher nur wenig belastete Umwelt. Natürlichkeit oder auch Naturnähe eines Wohnstandortes könnten eigentlich kaum überzeugender dokumentiert werden.



Mit Abstand den besten Eindruck

Kratzer auf einzelnen Ziegeln stören weder Funktion noch das gute Bild des gesamten Daches. Hier die Argumente.

Mit der Einführung des "Produktdatenblattes Dachziegel" in das Regelwerk des Deutsche Dachdeckerhandwerkes wird erstmalig im Dachziegelbereich ein Begriff eingeführt: "Gebrauchsüblicher Betrachtungsabstand". Weiterhin wird die Bandbreite eines möglichen gebrauchsüblichen Betrachtungsabstandes vorgegeben: sechs bis zehn Meter. Diese Angabe hat Empfehlungscharakter und ist bewußt in Klammern gesetzt. Im Produktdatenblatt ist dieser Begriff zunächst einmal nur für die Beurteilung von Struktur- und Oberflächenfehlern gemäß DIN EN 1304, 4.4.17 anzuwenden, es läßt sich daraus aber auch die Möglichkeit ableiten, auf dieser Grundlage weitergehende Beurteilungen durchzuführen. Auch im entsprechenden Produktdatenblatt für Dachsteine ist eine ähnlich lautende Formulierung aufgeführt: "Maßgebend ist der Gesamteindruck des Daches aus einem üblichen Betrachtungsabstand von mehr als fünf Meter"! Da diese Sprachregelung gemeinsam von Handwerk und Industrie getroffen wurde, kann davon ausgegangen werden, dass sie der Sache dienlich ist und nicht einseitig irgendwelchen Interessen folgt. Mit Porzellan nicht vergleichbar
Betrachtung, Wahrnehmung sind durch hohe Individualität und Subjektivität gekennzeichnete Vorgänge. Um so mehr ist es erforderlich, beispielsweise für eine Arbeits- oder Beanstandungsvorgang eine quantitative Bestimmung des Abstandes für die Betrachtung des Werks vorzusehen. Neben der rein ästhetischen Betrachtung eines Daches oder einer Dachlandschaft sind viele weiter Betrachtungsvorgänge denkbar: etwa die Begutachtung von Dachziegeln bei Zwischen- oder Endkontrollen im Produktionsablauf, im Labor etc., weithin die routinierte Werkstoffkontrolle des Dachdeckers beim Eindeckvorgang. Abstand nehmen und das Werk auch zwischendurch ganzheitlich betrachten, ist ein wichtiger, die Ausführung begleitender Kontrollakt. die mehr oder weniger bewußt Wahrnehmung des Passanten und die kritische Betrachtung des Eigentümers erfordern die notwendige Distanz. Aus dem Dachziegel, der ein so genanntes grob keramisches Produkt ist, wurde durch Bewerbung und Imagekampagnen der letzten Jahre ein hochrepräsentativer Markenartikel mit einem Stellenwert, der dem feinkeramischen Produkt Porzellan annähernd gleichgestellt ist.
Da aber bei natürlichen grob keramischen Oberflächen nicht immer Strukturfehler zu vermeiden sind oder auch beim Transport, bei der Eindeckung Abplatzungen, Abschürfungen etc. eintreten können, ist eine nüchterne Aufklärungsarbeit vonnöten. Selbstverständlich ist es dem Endverbraucher nicht abgesprochen, sein Dach auch mit der Lupe zu betrachten aber genau aus dieser häufig anzutreffenden Grundhaltung ist eine Objektivierung der Beurtei-lungsgrundlagen erforderlich! Die Gegenüberstellung auf dieser Seite versucht die in diesen Zusammenhängen üblichen Betrachtungsabstände darzustellen und die Einzelaspekte im Zusammenhang auch mit der optischen Beurteilung zu benennen. Im Falle einer Beanstandung kommt es darauf an, über eine weitgehend rationale und nachvollziehbare Erhebungs- und Dokumentationsgrundlage zu verfügen, die zudem von allen Beteiligten anerkannt wird.
Der Begriff des "gebrauchsüblichen Betrachtungsabstandes" enthält zwei Komponenten: die Gebrauchsüblichkeit, die beispielsweise bei Bücherlesen, Arbeiten am PC, Betrachen eines mittelformatigen Bildes etc. in einer gewissen Bandbreite als Subjekt-Objekt-Beziehung dar-stellbar ist, und die hieraus abgeleitete gemittelte metrische Quantifizierung.
Jedes Objekt hat seinen bestimmten gebrauchsüblichen Betrachtungsabstand. Die Übersicht auf Seite 28 mit den drei Einzelbildern zeigt, dass Ziegeldeckungen bis hin zum Wandbehang unterschiedliche Betrachtungsabstände aufweisen. Das entscheidende Kriterium für eine je-weilige Festlegung des gebrauchsüblichen Betrachtungsabstandes muß aber die Möglichkeit einer ganzheitlichen Betrachtbarkeit sein, etwa einer Dachfläche, eines Wandbehanges, einer Mauerabdeckung oder eines kleinen Vordachs etc. Um die Oberflächenstruktur zusätzlich beurteilen zu können, sind unmittelbar auf der Dachziegeloberfläche bestimmte, in der Pro-duktnorm DIN EN 1304 "Dachziegel für überlappende Verlegung" festgelegte Toleranzen im Falle von Unregelmäßigkeiten zu prüfen, siehe Übersicht Seite 30. Erst die Einzelbetrachtung des Elementes, des Zusammenspiels von mehreren Elementen und der Gesamtwirkung mit den Einzelaspekten: Farbspiel, Textur, Relief, Gesamtraster, Bezug zu Gebäudekanten, Dach-aufbauten und Öffnungen erlaubt eine umfassende Beurteilung der optischen Qualität des gesamten Daches. Die Betrachtungsebene: regelgerechte technische Ausführung, die hier nicht weiter auszuführen ist, bedingt naturgemäß eine eingehende objektnähere Befassung mit dem Detail.

Vom Detaileindruck lösen
Dem Sachverständigen, der sich zur optischen Qualität einer Dachziegelfläche äußern muß, ist mit dem Begriff gebrauchsüblicher Betrachtungsabstand keinesfalls ein Quantifizierungsrezept an die Hand gegeben. Er muß im Einzelfall prüfen, in welcher Situation der entsprechende Betrachtungsabstand zu wählen ist. ist eine auf die gesamte Deckung bezogen Beurteilung gefordert, wie etwa bei Beanstandungen von mangelnder Durchmischung von Dachziegeln mit der Folge heterogen wirkender Dachflächen, sperrende Partien infolge falscher Lat-tabstände oder auffällige Unregelmäßigkeiten in der Textur, beispielsweise nicht fluchtende Linien im Deckbild, sind größere Betrachtungsabstände einzunehmen. Hier leitet sich die "Gebrauchsüblichkeit" von einem Passanten ab, der unter seinem Sehwinkel (Gesichtsfeld) eine üblich große Dachfläche gesamtheitlich erfassen kann. Die Erfahrung zeigt, dass dies in der Bandbreite von über fünf Metern bis zehn Meter außerhalb des Objektes möglich ist. Gleiches gilt für Gesamtbeurteilungen von Ziegelwandbehängen, Mauerabdeckungen und kleineren Vordächern. Die gesamtheitliche Beurteilung einer Dachfläche aus einem Dachflächenfenster, Gaubenfenster oder aus einem Dachaustrittbereich heraus ist wenig sinnvoll (sie-he Übersicht oben, Bild 3), da man nicht den notwendigen Abstand innehat, um sich vom nahe liegenden Detaileindruck zu lösen. Hier ist die deduktive Vorgehensweise der indukti-ven vorzuziehen. Das Argument, durch Dachausbau habe sich der gebrauchsübliche Betrachtungsabstand längst auf die Distanz Dachflächenfenster zum eingedeckten Ziegelrand redu-ziert, ist ähnlich zu sehen wie die Betrachtungsbeziehung zum Beispiel von Dachziegelwand-behang oder Mauerabdeckungen. Auch hier kann eine Gesamtbetrachtung/Beurteilung nur aus einem größeren Abstand erfolgen.
Sind strukturelle Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche von Dachziegeln zu begutachten und liegen diese alle auch im zulässigen Bereich, so kann beispielsweise unter Umständen bei einer Starken Häufung von Kraterbildungen auf dunkel engobierten Dachziegeln eine Beein-trächtigung der optischen Qualität betrachtet aus dem gebrauchsüblichen Betrachtungsab-stand konstatiert werden. Aus diesem Beispiel wird die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise und einer Detailbetrachtungsweise im Einzelfall deutlich und genau die-ser Problemkreis gibt zur sorgfältigen und objektiven Begutachtung Anlass.

Fazit
Mit der Einführung des Begriffes gebrauchsüblicher Betrachtungsabstand im Zusammenhang mit der Begutachtung der optischen Qualität von Dachflächen ist ein Instrument geschaffen, das nachvollziehbare und reproduzierbare Aussagen zu Dacherscheinungsbildern zuläßt. Die im Produktdatenblatt "Dachziegel" empfohlene Bandbreite ist im Allgemeinen als realistisch anzusehen. In anderen Fällen muß eine Reduzierung von Betrachtungsabständen begründet werden, zum Beispiel ein Dachziegelwandbehang in einer engen Gasse. Bei Aussagen zur optischen Qualität, zu Beeinträchtigungen, sei es das Farbspiel, die Textur oder das Relief von Ziegeleindeckungen/-behängen, ist eine Supervision erforderlich, die den entsprechenden Abstand erfordert. Die zukünftige Rechtsprechung wird zeigen, ob der Ansatz einerseits genügend anpassungsfähig ist und andererseits zu verwertbaren Zustandsbeschreibung führt.

Regensicheres Unterdach

Was versteht man unter einem regensicheren Unterdach ?
Unterdach: (regensicher)

Reduktion der Regeldachneigung bei Einfachdeckungen um bis zu 5 , bei Doppeldeckungen um bis zu 7 .
Ein Unterdach ist ein begehbares, regensicheres Dachelement auf der Sparrenoberseite, vor Anbringen einer Konterlattung.
Regensichere Einbindung von Dachdurchdringungen

Bestehend aus:
Dachschalung (mindestens 22mm dick),
Vordeckung,
Konterlattung (mindestens 5 cm hoch),
Traglattung (dem jeweiligen Eindeckungsmaterial entsprechend).


Unterdach für erhöhte Regensicherheit:

Hier kann im Vergleich zum "normalen" Unterdach die Regeldachneigung nochmals um 2 reduziert werden.
Dichte Einbindung von Dachdurchdringungen.
Ausführung:
Dachschalung (mindestens 22mm),
Vordeckung und Abdichtungsband (2 Lagen bituminöse Dach und Abdichtungsbahn, wobei die obere Lage vollflächig verklebt wird, oder eine Lage Elastomehrband mit Kunststoffflieseinlage flämmbar verdeckt, genagelt, Überlappungen verschweißt verlegt,
Konterlattung(mindestens 5 cm hoch),
Traglattung (dem jeweiligen Eindeckungsmaterial entsprechend).

Regensicherheit ist die erste Anforderung an eine Dacheindeckung. Ansonsten drohen Feuchteschäden im Dachgeschoss.

Auch bei Ziegeldächern gilt: Nur eine regelgerechte Eindeckung bietet optimalen Schutz. Es spielt keine Rolle, ob der Bauherr beim Dach besondere optische Effekte verwirklichen will, oder ob es sich um ein einfaches Dach handelt: In jedem Fall sollten bestimmte Grundregeln eingehalten werden, um die Schutzfunktion des Daches zu sichern. Völlig 'dicht' kann ein Ziegeldach übrigens nie sein, da schuppenförmige Werkstoffe dies nicht zulassen. Wirken die einzelnen wasserdichten Dachziegel richtig zusammen, bilden sie aber eine regensichere Dachhaut.

Die Regensicherheit eines Daches ist allgemein abhängig von dem Deckenwerkstoff (Form, Schnitt, Verfalzung und Verrippung), der Deckungsart (Reihe/Verband, Überdeckung und Gebindesteigung) sowie den Anforderungen (Lage, Form/Neigung, Dachgliederung und Klima). Ein wichtiger Punkt ist die Wahl des Neigungswinkels. Dieser sollte oberhalb der jeweiligen Regeldachneigung liegen. Grund: Bei einer flacheren Dachneigung verbleibt die Feuchtigkeit länger auf der Dachfläche, was sich negativ auf die Frostsicherheit des Daches auswirkt. Für die einzelnen Dachziegelformen gibt es Grenzwerte bezüglich der Sparrenneigung, die nicht unterschritten werden sollten. Dächer mit einer Neigung unter 10 Grad dürfen grundsätzlich nicht mehr mit Dachziegeln eingedeckt werden.

Neben dem Neigungswinkel sind auch bei der Höhen- und der Seitenüberdeckung bestimmt Werte einzuhalten. Auch für Dachaufbauten (z.B. Gauben) gilt, dass bei Verwendung des gleichen Deckungsmaterials die Regeldachneigung einzuhalten ist. Ansonsten sind Zusatzmaßnahmen erforderlich, was insbesondere beim nachträglichen Einbau von Gauben in Altdächern berücksichtigt werden muss.

Bei erhöhten Anforderungen an den Dachraum, muss zusätzlich eine Unterspannung oder eine Unterdeckung eingezogen werden. Wird das Dach extremen Witterungseinflüssen ausgesetzt, ist gar ein wasserdichtes Unterdach notwendig. Gelangt dann Niederschlagsfeuchte etwa von Triebregen und Flugschnee unter die Dacheindeckung, sind die die darunterliegenden Räume vor einer Durchfeuchtung geschützt. Unverzichtbar ist das Unterdach auch in Regionen mit ausgeprägten Frost-Tau-Wechseln: Hier kommt es oft zu sogenannten Eisschanzenbildung im unteren Dachbereich, das dann in Stauwasser übergeht. Für die genannten Zusatzmaßnahmen sind die Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerkes zu berücksichtigen:

Für Unterdeckungen, Unterdächer und Unterspannungen sind Konterlatten oder andere Abstandhalter von mindestens 24 Millimeter Dicke notwendig, um eine sichere Ableitung von Feuchtigkeit zu gewährleisten.

Unterspannungen sind nur als belüftete Konstruktion zulässig. Die Bahnen sollen rund 50 Millimeter von der First-Scheitellinie enden.

Ein wasserdichtes Unterdach darf keine Öffnungen aufweisen. Sie sind deshalb nur unbelüftet herzustellen. Bahnen, Stöße und Nähte, aber auch Durchdringungen, Einbauteile und Einfassungen sind wasserdicht auszuführen. Die Abdichtung muss über die Konterlattung und die First-/Gratscheitellinie geführt werden.

Unterdächer mit Lüftungsöffnungen werden nur als regensicher eingestuft. Die Konterlattung wird nicht in die Ausführung eingebunden, sondern auf die Abdichtung angebracht. Bahnen, Nähte und Stöße müssen wasserdicht sein. Durchdringungen, Einbauteile und Einfassungen sind nur regensicher auszuführen. Bei belüfteten Konstruktionen soll das regensichere Unterdach nicht mehr als 30 mm vom First-Scheitelpunkt enden.
(Quelle: www.dach.de)

Bei meinem Dachfenster regnet es herein!

Beim Dachfenster regnet es rein, woran kann das liegen?

Das kann die vielfältigsten Ursachen haben, helfen kann meist nur ein Dachdeckermeisterbetrieb. Hier die häufigsten Ursachen.

Starke Verschmutzungen im Wasserlauf auf dem Eindeckrahmen, zwischen Fenster und Dacheindeckung.
Fehlender Falz an den unteren Ecken des Eindeckrahmens.
Eindeckrahmen zu hoch montiert, in Verbindung mit plattgedrückten Wasserfalzen, seitlich am Fenster.
Schaumgummidichtstreifen hängt über den Eindeckrahmen herunter und bildet einen Wassereinträger.
Dacheindeckung überdeckt nicht genug auf den Eindeckrahmen.
Der Innenausbauer hat eine Schraube in den Eindeckrahmen geschraubt.

Bei Velux kommt es gelegentlich vor das die Schrauben der Blechabdeckungen undicht werden, hier helfen Schrauben mit Dichtscheiben.
Die Unterspannbahn liegt auf dem Eindeckrahmen und bildet einen Wassereinträger.

Fehlende Wärmedämmung im Anschlussbereich
hier reichen oft schon wenige Zentimeter um eine Kältebrücke zu haben - Lösung: Fenster heraus, nachdämmen (EPS, XPS, fixieren mit Bauschaum).

Bei älteren Blefa Fenstern reißt häufig die Bleischürze vor dem Fenster, man kann das mit Dichtmasse nacharbeiten, das muß dann aber alle paar Monate erneuert werden, besser ist gleich ein neues Fenster.

Holz oder Kunststoffenster?

Holz oder Kunststoff Dachfenster - welches ist besser?

Wohnraumdachfenster sind auf der Außenseite mit Blech abgedeckt, das ist ein hervoragender Wetterschutz. Standart ist dunkelbraunes Alu, aber auch Kupfer, Zink und viele RAL Farbtöne sind lieferbar.

Holzfenster sind aus Kiefernholz gefertigt, kein Tropenholz.
Holz ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff, und hat gute Wärmedämmeigenschaften.
Holz ist schön und verbreitet ein angenehmes Raumklima.
Holz braucht eine gewisse Pflege und muß gestrichen werden.
Holz leidet bei Feuchtigkeit.

Kunststoffenster bestehen entweder aus Stahlverstärkten Kunststoffprofilen, oder aus Kunststoffummantelten Schichtholzkernen.
Kunststoffenster sind sehr flegeleicht und langlebig.
Für alle Räume in denen Feuchtigkeit anfällt, oder in denen Sie ein weißes pflegeleichtes Fenster wünschen ist Kunststoff die erste Wahl.