Gründach

Das begrünte Dach

Gründächer verbessern das Kleinklima, entlasten das Kanalnetz durch Speicherung von Regenwasser und tragen meist zur Wärmedämmung am Gebäude bei. Grundsätzlich werden folgende Begrünungsarten unterschieden:
Intensivbegrünung: vollwertiger, nutzbarer Garten am Dach, Zusatzbewässerung
Reduzierte Intensivbegrünung: optisch eindrucksvolle Gestaltung, begrenzt nutzbar, Zusatzbewässerung
Extensivbegrünung: Begrünung zur Rückgewinnung von Grünflächen und Nutzung der städtebaulichen und bautechnischen Vorteil, optisch ansprechend, keine Zusatzbewässerung, nicht nutzbar
Reduzierte Extensivbegrünung: großflächige Begrünungen für Industriegebäude als Kiesersatz, nicht nutzbar

Heute ist es keine Frage, dass Flachdächer genauso sicher und langlebig dicht sein können wie das Steildach. Es sind jedoch folgende Punkte einzuhalten:
- Das Flachdach ist der höchst belastete Bauteil, daher sollte immer eine sichere Abdichtung gewählt werden.
- Dampfsperren müssen sein, damit es nicht zur Kondensation im Dämmstoff kommt; über die Langlebigkeit entscheidet jedoch nur die Qualität der Oberlage.
- Bei Dachneigungen unter 2 % Gefälle sind erhöhte Anforderungen an die Dachabdichtung z.B. mit einer zusätzlichen Abdichtungslage zu erfüllen Grundsätzlich sind gefällelose Dächer für Intensivbegrünungen (Gärten am Dach) durch die bessere Wasserbevorratung zu empfehlen.
- Flachdächer sollten grundsätzlich wurzelfest, auf jeden Fall aber unter Gründächern mit getesteten wurzelfesten Bahnen abgedichtet werden.
- Mit Ausnahme der Gully müssen alle Dachanschlüsse Hochpunkte sein.
- Das gesamte Dach und alle Details müssen wartungsfreundlich geplant und ausgeführt werden.
Gründächer sind die beste Lösung für eine umweltfreundliche Gestaltung der Städte.
Bevor auf einzelne Konstruktionen im Detail eingegangen wird, sollen die möglichen Komponenten aufgelistet werden, aus denen Flachdächer, Terrassen oder Steildächer unter Grün aufgebaut sind.
Die tragende Unterkonstruktion: Sie kann aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen:
- Massivdecker aus Stahlbeton mit oder ohne Gefälle
- Trapezprofilblech mit 2% Gefälle
- Holztramdecke
- Steildach aus Holz < 15
Wenn kein Gefälle in die tragende Unterkonstruktion eingebaut wurde und ein solches gewünscht ist, kann es durch eine leicht keilförmig zugeschnittenen Dämmstoff hergestellt werden.

Dampfsperre: Da das Flachdach absolut dicht ausgeführt werden muss, sollte eine Dampfsperre mit einem sd-Wert von 1500 m gewählt werden.

Wärmedämmung: Unabhängig vom Material können nur hochbelastbare Dämmstoffe gewählt werden. Zur Auswahl stehen:
- Dachdämmplatte aus Steinwolle 150 kg/m2;
- XPS-Polystyrol Schaumstoff
- PU-Polyurethan Schaumstoff
- Schaumglas

Bei Dämmstoffen, die keine Feuchtigkeit aufnehmen, (Schaumglas, XPS, PU) kann auch ein Umkehrdach ausgeführt werden. Umkehrdach heißt, dass die Isolierung nicht über dem Dämmstoff, sowie bei der Mineralwolle, sondern direkt auf der Decke aufgebracht wird.
Der Dämmstoff liegt in diesem Fall auf der Feuchtigkeitsisolierung und schützt diese vor Beschädigung durch Steine oder Wurzeln. Umkehrdächer sind mit Gefälle auszubilden.